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Schmitz-Katze


Sonntag Abend Lesungen

Sonntag Abend Lesungen
à la carte
Schmitz Katze
Oranienstr. 163, Berlin-Kreuzberg
Telefon: 030/70715042
Autoren/-innen der
Gesellschaft für Neue Literatur
Moderation: Bernd Kebelmann
nächster Termin:
Sonntag, 19.06.2016, Beginn: 18 Uhr

Es liest als Gast der GNL der Berliner Lyriker
Gerd Adloff: "Zwischen Geschichte und September"

Bernd Kebelmann kommentiert und ergänzt den ersten Lyrikabend in Schmitz Katze!

Bernd Kebelmann, Juni 2016

Launische Pressekritik zum Autor Bernd Kebelmann




TAZ-online
02.06.2016, 16:06 Uhr
Von: Detlef Berentzen, Berlin

Zeilen für eine traumwache Sommernacht

Das Beste am Hund, sagen Kenner, sind die Hundeaugen: jeder Seelenschmerz, den du verspürst, spiegelt sich im Hundeblick, tiefe Zuneigung, Trauer, sklavische Treue bis hin zur Selbstaufgabe - ein Sado-Maso-tier. - Mein Blindenhund, hätte ich einen, müsste sich einsam fühlen: ich kann seinen Blick nicht erwidern! Aber Blindenhunde sind wieder Mode, und mitreden wollte ich schon. Ich fragte Till, er wohnt in der Nähe, zweiter Hinterhof, dritter Stock ...(Bernd Kebelmann: "Ich hasse BLINDE(N)HUNDE")

Bernd Kebelmann ist so einer. Mit dem sitzt du in der Kneipe, tastest dich mit ihm durch den Regen oder rufst ihn an, palaverst über Geschriebenes und erzählst eben noch den letzten Irrwitz, da hockt er schon Minuten später mittendrin, macht seine Tastatur fix und fertig und lässt dich staunen. So auch neulich, als ich ihm flüsterte, daß ich gerade suchend und schreibend in Sachen Blinde Detektive, Hunde und Kultur unterwegs war und zwecks Recherche mal mit seinem Führhund sprechen wollte. Er hatte aber gerade wie immer keinen zur Hand und schrieb stattdessen: über das Beste am Hund. Auch über seinen alten Freund Till. Närrisch genug. Doch davon ein andermal mehr.

Denn einer wie Kebelmann, der schreibt nicht nur, der präsentiert sein Geschriebenes auch noch lesend, macht es hörbar. Schon damals, als er mir mein Droste-Hülshoff-Westfalen erzählte. Das frühsommerliche. Hat es erzählt, wie nur er es kann.

(...) Nachts schimmern Sterne im nassen Asphalt
fliehen den Kohlgestank, gummisüß
springen vom Dammweg ins Wasser
zu Schubschiffen, Schilfrascheln, Entenschlaf
zu Blei, Schlei und Froschgeflüster

Ein Güterzug, unter der Brücke hervor
die E-Lok im Generalbaß
stopft die schwülwarme Luft mit Gedröhn
kreuzt den Singsang der Autoschlangen
auf gerader Straße ins Münsterland

Scheinwerfer flirren wie Glühwurmfäden
die Luft schmeckt nach Ruß, der die Fahrbahn schmiert
für die Schnecken, die auf dem Kreuzweg
in jeder traumwachen Sommernacht
an der Ewigkeit kleben bleiben

Kebelmann dichtet. Verdichtet. Sogar den Jesus. In der Samariterstraße. Und er sammelt und versammelt: AutorInnen, LeserInnen, HörerInnen, hat seinen Fanclub, aber auch die KollegInnen von der "Gesellschaft für Neue Literatur" (GNL). Mit denen trifft er sich immer wieder und regelmäßig und allemal bei Schmitz und seiner Katze in der Kreuzberger Oranienstraße ..."



Mein neues Buch: Jesus in der Samariterstraße, 17 Erzählungen dahlemer verlagsanstalt Berlin, Paperback, 144 Seiten, 19,- € ISBN 978-3-928832-51-9

Stand: 08.06.2016 | Besucher: 4767