Aktuelles


Kein Tag wie andere, der 13. August 1961.


Am Nachmittag vorher fuhr ich als 13-Jähriger, der die Mutter verloren hatte, von meiner Tante in Westberlin in die Ferien, zur nächsten Verwandtschaft. Als Ferienkind in Mitteldeutschland erfuhr ich am Radio vom Bau der Mauer. Ich setzte mich geschockt in den einsamen Garten der Tante und schrieb, weitab von Berlin, Folgendes in mein schwarzes Notizheft:
 Rings um die imperialistische Frontstadt begann die Versteinerung der Geschichte, das einmauern unhaltbar gewordener gesellschaftlicher Fakten. Wie die Fossilien des Erdmittelalters sich mit Kalkhüllen stabilisierten, um Jahrmillionen zu überdauern, ummantelte sich das Land DDR mit einem Panzer aus Stahlbeton. Vielleicht teilte es eines Tages auch das Schicksal der Wirbellosen, in diesem Panzer zu sterben!
Mit Kalkstein und Versteinerungen, mit Stahlbetonfertigteilen wussten wir in R. schon als Schüler Bescheid. Doch die Sätze verschwanden im Heft, niemand bekam sie zu lesen. Ich lebte mein Leben als Oberschüler mit dem Ziel Abitur. Doch die Zeiten änderten sich. Es begann für mich zur Studentenzeit, 1966-1968-1971 in Greifswald. Eine neue „sozialistische“ Verfassung wurde durchgesetzt, dazu die 3. Hochschulreform mit der Abschaffung der Fakultäten. Wir fuhren heimlich nach Prag und erlebten im Mai 1968 den Höhepunkt des Prager Frühlings, im August im polnischen Krakow aus der Ferne sein blutiges Ende. Ich traf meine Frau und fand Halt. Bis Ende der 1980er Jahre aber hielt noch der Stahlbetonpanzer. Er sperrte uns, vor allem die Kinder von der Welt um uns her fast aus. Die Höhepunkte aus jenen Jahren schildern die Romane „Trunkene Formeln bei Boddenlicht“, sowie „Hans ins Glück“.
Bücher/Hörbücher
Gern hätte ich wie so oft zum 13. August in Berlin oder anderswo daraus gelesen; es klappte nicht; as time goes by.
Also Grüße ich jene Freunde, Bekannte und Verwandte, in der Stadt, im Land und anderswo, deren Leben wie meines durch diese Mauer in mancher Hinsicht begrenzt worden ist, nachdenklich, still, elektronisch.

Bernd Kebelmann, zum 13. August 2021



Sonntag Abend Lesungen à la carte Schmitz Katze virtuell

Schmitz Katze

Schmitz Katze geht in Urlaub …

Liebe Freunde, Bekannte, Verwandte,
diese Katze taucht endlich mal unter,
(es gibt Katzen, die mögen es, ins Wasser zu springen),
um erst im Oktober, doch frisch gebadet, nicht etwa virtuell,
sondern real wieder aufzutauchen, und zwar im
Literaturhaus Fasanenstraße!
(Die Werbung dafür folgt später).

Für heute einige Leuchttürme, bei denen ich mit im Lichtkegel stehe,
die man bei einer Landung am horizontweiten Literaturstrand mit etwas Glück erreichen könnte:

Donnerstag, 5. August, 19 Uhr, Terzo mondo, Berlin-Charlottenburg,
Grolmannstraße 28: Autoren gegen den Krieg lesen für den Frieden …

Samstag, 14.August, ab 18.30 Uhr:
Das Literatur-Kollegium Brandenburg e.V. lädt in Zusammenarbeit mit
dem Museum Alexandrowka ein zur 4. Nacht der Poesie und der
Vergabe des 4. Potsdamer Publikum-Literaturpreises ein.
Garten des Museums, Russische Kolonie 2, 14469 Potsdam
Beginn 18:30 Uhr, Eintritt: 5,00 € (ermäßigt 3,00 €)

Montag, 16. August, Minden/Westfalen, Kulturzentrum BüZ, ab 17 Uhr:
Tastwege – Innenbilder; ein Workshop zum Tasten, fotografieren und schreiben.

Freitag, Samstag, 20. Und 21. August: Himmerod/Eifel, 50 Jahre Kogge-Treffen, 2 Leseabende.

Freitag, 10. September, Berlin-Kreuzberg, Gasthaus Max&Moritz, 19 Uhr: Streik! Lesemarathon VS Berlin (nachgeholt von 2020), Moderation Bernd Kebelmann, Cello: Sonny Thet.

Samstag, 11. September, 19 Uhr: Terzo mondo, Berlin-Charlottenburg, s.o.: Alpha-Lesefestival,
“jetzt erst recht“, mit Barbara Fellgiebel, Schweden.

Montag, 13. September, 15 Uhr: Lesung im Kurfürstenstift GmbH, Behlertstraße 29, 14469 Potsdam: Hühnerlatein …

Freitag, 30. Oktober, Primobuch, Herderstr. 24, Berlin-Steglitz: Lesung „Blind date mit ägypten“, bei

Mittwoch, 20. Oktober, 19 Uhr: literaturhaus Berlin-Fasanenstraße, Buchvorstellung „Hans ins Glück“.

Viel Freude beim Manövrieren auf der wortweiten See voller sanfter und stürmischer Bücher.
Herzlich grüßt
Bernd Kebelmann
Vom 4. August bis Anfang Oktober 2021.

 

 

 


Bernd Kebelmann.
Mobil: 0163-4701133
E-Mail: Post@berndkebelmann.de.






© Bernd Kebelmann, 2021




Stand: Juli 2020