Aktuelles


Sonntag Abend Lesungen

Sonntag Abend Lesungen
à la carte
Schmitz Katze
Oranienstr. 163, Berlin-Kreuzberg
Telefon: 030/70715042
Autoren/-innen der
Gesellschaft für Neue Literatur
Moderation: Bernd Kebelmann
nächster Termin:
Sonntag, 25.09.2016, Beginn: 18 Uhr

Es liest:
Daniel Klaus:
Türkischer Sommer; Berliner Miniaturen;
Erzählungen und Short Stories

Bernd Kebelmann:
Adrasan (Südtürkei); Das Grammophon


Versteinerung der Geschichte


ent-kalken

Leseabend mit Musik - Autor und Sprecher: Bernd Kebelmann

Textfragmente zum Bau der Berliner Mauer vor 55 Jahren
Musik: Claudia Croon - Flügel; Günter Schickert - Muschelhörner; Mathias Josten -Trompete

Die Mauer war technisch betrachtet ein Serienprodukt aus Betonelementen. Heute sind sie zertrümmert,
entsorgt, verkauft in alle Welt. Wo aber kamen diese Elemente her?
Aus „Kalkdorf am Bruch hinterm Autobahngürtel Berlins". Dort leben Benno und Bergmann Willi.
Willi befasst sich mit Kalksteinbergbau. Kalkstein - Zement - Beton. Betonwerker fertigen Staatsplan-treu
Winkel-Elemente, aus denen die Mauer entsteht. - Benno pendelt als Kind zwischen Ost und West, erlebt
die Zeit vor und mit der Mauer, die zur tötlichen Grenze wird. Sie trennt Familien, Freundschaften,
Landschaften, versteinert die Gesichter, das Denken der Politiker, der Zöllner und Grenzsoldaten.
Sie versteinert eine Gesellschaft, die sich erneuern wollte - und stattdessen zugrunde ging.

Am Freitag dem 12. August 2016, Beginn 21 Uhr - open end
Wall-Streetgallery, Zimmerstraße 12, 10969 Berlin-Kreuzberg (nähe Check-Point Charlie)




Neues Leseprogramm mit Cellomusik

Am Cello: Sonny Thet, Berlin

6. Juli 2016
Beginn: 20 Uhr


Blue Moon - Doppeltes Solo für Sprecher und Cello
Blasii-Kirche Quedlinburg
Programmdauer: 75 Minuten
Pause nach 45 Minuten

Sonny Thet und Bernd Kebelmann – Bühnenprogramme


1996: Mozart-Serenade, ein ostdeutsches Requiem um Liebe und Verrat
1999: Sprache als innere Landschaft, lyrische Reiseskizzen
2001: Stummfilm für einen Freund, Tragikomödie im Dorfkinosaal
2003: Der Traum vom Labyrinth zu Babel, Jorge Luis Borges als Lyriker und Weltliterat
2005: Blindflug und blauer Mond – zwei Künstlerbiografien
2010: Sonny Thet - mein Musikalisches Doppelleben in Kambodscha und Deutschland
2016: Lied vom Mangobaum, Sonny Thet, seine Musik, sein Leben


Rückfragen bitte an:
Bernd Kebelmann, E-Mail: berndkebelmann@gmx.de
Mobil: 0163-4701133


Bernd Kebelmann, Juni 2016

Launische Preßekritik zum Autor Bernd Kebelmann




TAZ-online
02.06.2016, 16:06 Uhr
Von: Detlef Berentzen, Berlin

Zeilen für eine traumwache Sommernacht

Das Beste am Hund, sagen Kenner, sind die Hundeaugen: jeder Seelenschmerz, den du verspürst, spiegelt sich im Hundeblick, tiefe Zuneigung, Trauer, sklavische Treue bis hin zur Selbstaufgabe - ein Sado-Maso-tier. - Mein Blindenhund, hätte ich einen, müßte sich einsam fühlen: ich kann seinen Blick nicht erwidern! Aber Blindenhunde sind wieder Mode, und mitreden wollte ich schon. Ich fragte Till, er wohnt in der Nähe, zweiter Hinterhof, dritter Stock ...(Bernd Kebelmann: "Ich haße BLINDE(N)HUNDE")

Bernd Kebelmann ist so einer. Mit dem sitzt du in der Kneipe, tastest dich mit ihm durch den Regen oder rufst ihn an, palaverst über Geschriebenes und erzählst eben noch den letzten Irrwitz, da hockt er schon Minuten später mittendrin, macht seine Tastatur fix und fertig und läßt dich staunen. So auch neulich, als ich ihm flüsterte, daß ich gerade suchend und schreibend in Sachen Blinde Detektive, Hunde und Kultur unterwegs war und zwecks Recherche mal mit seinem Führhund sprechen wollte. Er hatte aber gerade wie immer keinen zur Hand und schrieb stattdeßen: über das Beste am Hund. Auch über seinen alten Freund Till. Närrisch genug. Doch davon ein andermal mehr.

Denn einer wie Kebelmann, der schreibt nicht nur, der präsentiert sein Geschriebenes auch noch lesend, macht es hörbar. Schon damals, als er mir mein Droste-Hülshoff-Westfalen erzählte. Das frühsommerliche. Hat es erzählt, wie nur er es kann.

(...) Nachts schimmern Sterne im naßen Asphalt
fliehen den Kohlgestank, gummisüß
springen vom Dammweg ins Waßer
zu Schubschiffen, Schilfrascheln, Entenschlaf
zu Blei, Schlei und Froschgeflüster

Ein Güterzug, unter der Brücke hervor
die E-Lok im Generalbaß
stopft die schwülwarme Luft mit Gedröhn
kreuzt den Singsang der Autoschlangen
auf gerader Straße ins Münsterland

Scheinwerfer flirren wie Glühwurmfäden
die Luft schmeckt nach Ruß, der die Fahrbahn schmiert
für die Schnecken, die auf dem Kreuzweg
in jeder traumwachen Sommernacht
an der Ewigkeit kleben bleiben

Kebelmann dichtet. Verdichtet. Sogar den Jesus. In der Samariterstraße. Und er sammelt und versammelt: AutorInnen, LeserInnen, HörerInnen, hat seinen Fanclub, aber auch die KollegInnen von der "Gesellschaft für Neue Literatur" (GNL). Mit denen trifft er sich immer wieder und regelmäßig und allemal bei Schmitz und seiner Katze in der Kreuzberger Oranienstraße ..."



Mein neues Buch: Jesus in der Samariterstraße, 17 Erzählungen dahlemer verlagsanstalt Berlin, Paperback, 144 Seiten, 19,- € ISBN 978-3-928832-51-9
Stand: 08.06.2016 | Besucher: 4767